Michael Wilk
Macht, Herrschaft, EmanzipationAspekte anarchistischer Staatskritik
1999
138 Seiten
20 DM / 10 Euro
ISBN 3-931786-16-1Vor dem Hintergrund seiner jahrelangen aktiven Erfahrung in der anarchistischen Bewegung setzt sich Michael Wilk in Macht, Herrschaft und Emanzipation mit den modernen Strukturen staatlicher Herrschaft über den Menschen auseinander. Machtstrukturen bleiben nicht folgenlos und beeinflussen das Verhalten und die Psyche des Menschen. Und niemand ist nur Opfer, nur Täter. So ist ein wesentlicher Aspekt seiner Analyse auch das Problem der eigenen Macht.
Im Mittelpunkt stehen jedoch emanzipative Bewegungen und die Reaktionen und Befriedungsstrategien des Staates zur Herrschaftssicherung. Beispielhaft dargestellt werden die Veränderungen am Beispiel des Mediationsverfahrens um den erneuten Ausbau des Rhein-Main-Flughafens.
aus der Vorbemerkung des Autors:
Trotz der immer wieder postulierten Maxime - daß jede Befreiungsstrategie, die Macht einsetzt, um Macht zu überwinden, dazu verurteilt ist, neue Machtbeziehungen an die Stelle der alten zu setzen, kommen wir als Libertäre mit der alleinigen (theoretischen) Ablehnung von Herrschaft und Macht nicht sehr viel weiter. Es ist das alte Dilemma der anarchistischen Idee, daß Macht im Zusammenhang mit Herrschaft negativ besetzt ist und zurecht abgelehnt wird, daß aber sehr wohl Macht nötig erscheint, um gerade emanzipative Prozesse einzuleiten, abzusichern und voranzutreiben. Jedes Kräfteverhältnis, nicht nur das der Herrschaft, sondern auch das Bestreben, sich von ihr zu befreien, impliziert zwangsläufig eine Machtbeziehung. Der "Dualismus der Macht", als Macht und Gegenmacht, ist als Problem mit der doppelten Verneinung "Keine Macht - Für Niemand" nicht aus der Welt zu schaffen, auch wenn sie auf das Richtige abzielt. Etwas klarer wird das Dilemma, zwischen Macht und Herrschaft unterscheiden zu müssen, wenn wir über Ohnmacht sprechen, die ja wohl niemand besonders erstrebenswert erscheint.
Inhaltsangabe
I. Macht und Ohnmacht
1. Anspruch ...
2 ... und Wirklichkeit
3. Eigenmächtigkeit
4. Makrostruktur und Integration
5. Zeitsprung.II. Emanzipation
1. Emanzipationsverständnis und Begriff, Aufklärung und Genese der Emanzipation
2. Marxismus und Emanzipation
3. Emanzipation im libertären SinneIII. Zur Bedingung Emanzipativer Prozesse
1. Zirkulation und Abweichung
2. Mikro-/Makrostrukturen, Individualdynamik
3. Resignation, Ein-Punkt- und Massenbewegung
4. Alltag und eigene Strukturen. Sabotage freiwilligen GehorsamsIV. Sozial ökonomische Bedingungn
1. Rückblick: Der Knebel der Standortsicherung
2. Knebel Sozialpartnerschaft
3. Das Ende des sozialen Staates...?
4. Menetekel Globalisierung?
5. Konsequenzen und IntervenierungsansätzeV.Das Beispiel eines sozial-ökonomischen Konflikts: Flughafen Rhein-Main
1. Die Ausgangslage ...
2. Das Mediationsverfahren: Neue Befriedungsstrategien ...
3. Beteiligung als Akzeptanzmanagement